2010
11.16

Folgendes Szenario:

Ich habe einen Ubuntu-Home-Server in der Abstellkammer stehen. Bisher lief auf der Kiste die normale Ubuntu-Server Installation ohne X/Gnome.
Zusätzlich zum SSH Zugang möchte ich jetzt eine VNC Verbindung von meinem Windows Desktop aus nutzen.

Anders als in vielen anderen Howtos möchte ich nicht einen Extra VNC-Server aufsetzen, sondern den von Gnome mitgelieferten vino-server verwenden.
Dieser wird auch verwendet, wenn man auf der Gnome GUI unter System -> Preferences -> Remote Desktop den Fernzugriff aktiviert.

Leider komme ich per SSH vom Windows Client aus nicht auf die GUI, also muss eine Lösung über SSH her:

Das Utility gconftool-2 ermöglicht es die Settings von Gnome direkt von der Commandline zu setzen.
gconftool-2 -s -t bool /desktop/gnome/remote_access/enabled true
gconftool-2 --type bool --set /desktop/gnome/remote_access/prompt_enabled 0

Die erste Zeile aktiviert den Remote Zugriff, die zweite schaltet ab, dass für die Verbindung die Zustimmung des lokalen Benutzers erforderlich ist.
Wer möchte kann für den VNC Zugang noch ein Passwort setzen:
gconftool-2 -s -t bool /desktop/gnome/remote_access/vnc_password cXdlcnR5
Das Passwort muss mittels BASE64 Algorithmus verschlüsselt werden (in diesem Fall z.B. querty). Im Web finden sich einige Tools zum “verschlüsseln” mit BASE64.

Das Problem ist, dass der vino-server nur gestartet wird, wenn ein User eingeloggt ist, und das passiert bei unserem System natürlich nicht, da wir ja nicht hinkommen.
Für den nächsten Reboot müssen wir also dafür sorgen, dass ein Benutzer eingeloggt wird. Dies kann man z.B. über die Autologin Funktion von Gnome bewerkstelligen.

In der Datei /etc/gdm/custom.conf sollte dafür folgendes stehen:
[daemon]
AutomaticLogin=
AutomaticLoginEnable=true

Wenn Ihr euren Server jetzt einmal rebootet sollte der gewählte Nutzer automatisch eingeloggt werden und ihr könnt über VNC seinen Desktop kontrollieren.

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